Orgel und Geige - ein wahrer Genuss
Klassisches Konzert mit Eva Csapó in der St. Georg-Kirche in Haltingen / Adaptionen begeistern
Nachricht vom 03.01.2011. Von Gottfried Driesch, Haltingen. Eva Csapó Foto: Driesch
Ein klassisches Konzert in der evangelischen St. Georg-Kirche in Haltingen gehört seit vielen Jahren zum Jahreswechsel dazu. Seit Jahren wirkte dabei die Basler Sopranistin mit ungarischen Wurzeln Eva Csapó mit. Ihre Partner der vergangenen Jahre, das Budapester Violine-Harfe Duo Lajos Földesi und Andrea Kocsis, waren heuer wegen anderweitiger Verpflichtungen verhindert. So traten am vergangenen Donnerstag neben der Sopranistin Sebastian Nyirö (Orgel und Klavier) sowie Máté Visky (Violine) auf.
Dank einer rundum gelungenen Programmauswahl war das Konzert ausgesprochen kurzweilig. Bereits das Präludium und Fuge BWV 870 von Johann Sebastian Bach ließ die Vorfreude auf die folgenden Stücke steigen. Mit einer weit gespreizten Registrierung ließ Sebastian Nyirö die Kirchenbänke vibrieren.
Einen ungewöhnlichen Weg beschritt Eva Csapó, als sie sich in dem Lied Jauchzet, frohlocket, der Himmel ist offen von Georg Philipp Telemann selbst am Klavier begleitete. Es ist halt doch schwierig, sich auf zwei Tätigkeiten gleichzeitig zu konzentrieren.
Die weiteren Gesangsnummern begleitete Sebastian Nyirö am Klavier. Hierbei erwies er sich als sehr einfühlsamer, hochmusikalischer Begleiter. Mit einem differenzierten Anschlag und brillanter Technik zauberte er in den beiden Arien Seid stille dem Herrn und So ihr mich aus ganzem Herzen suchet aus dem opernhaften Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy die schönsten Melodien.
Der aus Siebenbürgen stammende Geiger Máté Visky verfügt über einen klaren Ton von hoher Qualität. Im Zusammenspiel mit Sebastian Nyirö an der Orgel geriet die Pastorale op. 150 No. 4 von Johann Georg Rheinberger zu einem wahren Genuss. Zu den liegenden Akkorden der Orgel setzte Visky mit den spielerischen Melodien leuchtende Lichter. Sehr ansprechend und musikalisch auch das Rondo von Wolfgang Amadeus Mozart, das in der Kombination Violine und Klavier erklang. Das Andante KV 315 von Mozart ertönte in einer Adaption (ursprünglich für Flöte und Orchester geschrieben).
Als festlich krönenden Abschluss spielte Sebastian Nyirö die Toccata aus der Orgel Symphonie Nr. 5 f-moll, op. 42 von Charles-Marie Widor.
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