Schweizer im Ausland, Ausländer in der Schweiz — Konzert in dem Basler Casino, 2004 11. 19.
Kritik von Tonio Paßlick, Kulturamtsleiter der Stadt Weil am Rhein, Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich erlaube mir, Ihnen die folgenden Zeilen zu schreiben, weil ich im Hans-Huber-Saal am 19. 11. [2004] ein sehr anregendes, thematisch wie inhaltlich spannendes Konzert erlebt habe, das sich kaum in wenigen Zeilen zusammenfassen lässt. Wenn Sie wollen, können Sie den folgenden Versuch gerne verwenden. Mit freundlichen Grüssen
Tonio Paßlick
Reizvolle Gegenüberstellung romantischer Kompositionen
Basel. Ein romantishes Konzert nach einem ungewöhnlichen Konzept stellten drei in der Schweiz lebende ungarische Musiker und ein Tenor aus Frankreich im Hans-Huber-Saal des BaslerStadtcasinos vor: Schweizer Komponisten im Ausland, ausländische Komponisten in der Schweiz wie die Deutschen Ernst Reiter und August Walter oder Schweizer Komponisten, die durch ihr Lebenswerk internationale Beachtung gefunden hatten wie Wilhelm Baumgartner, Walter Courvoisier oder Hans Huber.
Was auf den ersten Blick wie eine beliebige Reihung von Kompositionen wirkte, entfaltete sich mit der gelungenen Moderation von Bärbel Hansen als durchdachter, abwechslungsreicher Blumenstrauss unterschiedlichster melodischer Ideen. Die Sopranistinnen Barbara Meszaros aus Zürich und Eva Csapó aus Basel eröffneten den Abend mit Vögleins Frage Duett von Joachim Raff und wechselten sich mit dem Elsässer Tenor Gérard Perrotin in der Folge kurzer subtil ausgesuchter Lieder, Arien und Melodien ab.
Sebestyén Nyírö glänzte als virtuoser und einfühlsamer Begleiter am Flügel.
Neben bekannten Komponisten präsentierte der Abend auch reizvolle Entdeckungen, deren Werke man gerne ein zweites Mal hören würde:
das Morgenlied von Selmar Bagge zum Beispiel oder die Dialektlieder von Joseph Lauber, der Zyklus von Volkmar Andreae und die abschließendeArie von Louis Niedermeyer.
Die Frage, wie inspirierend sich die Reise in die Fremde für die Schweizer Komponisten ausgewirkt haben mag, konnte mit dem Konzert nicht beantwortet werden: zu eindrucksvoll gerieten die Interpretationen der Komponisten aus dem Ausland, die in der Schweiz eine anregende Umgebung gefunden hatten...
Kulturamtsleiter
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